Glänzend, selten und widerstandsfähig ist Gold seit jeher ein universelles Symbol für Schönheit, Macht und Weitergabe. Dieses Edelmetall steht im Zentrum der Schmuckkunst, ob bei Alltagsschmuck, Eheringen oder Verlobungsringen. Hinter diesem zeitlosen Glanz verbergen sich jedoch zahlreiche kulturelle Unterschiede: Nicht jedes Gold wird gleich bewertet, und seine Zusammensetzung, gemessen in Karat, variiert stark von Land zu Land. Diese Karatwerte spiegeln lokale Traditionen wider, aber auch Entscheidungen über Legierungen, die Farbe, Festigkeit und Symbolik des Schmuckstücks beeinflussen. Seinen Werten treu verarbeitet AGUAdeORO ausschliesslich Fairtrade-Gold: ein kostbares Material aus einer ethischen Beschaffung, die Minengemeinschaften und Umwelt respektiert.
Karat: ein universelles Mass
Der Begriff «Karat» (nicht zu verwechseln mit dem Karat bei Edelsteinen) bezeichnet den Anteil reinen Goldes in einer Legierung. Die Masseinheit basiert auf einer Einteilung in 24 Teile. Somit gilt:
- 24 Karat: 99,9 % reines Gold
- 22 Karat: 91,6 % Gold
- 18 Karat: 75 % Gold
- 14 Karat: 58,5 % Gold
- 9 oder 10 Karat: zwischen 37,5 % und 41,7 % Gold
Legierungen: Warum andere Metalle hinzufügen?
Je reiner das Gold, desto weicher ist es. 24-karätiges Gold beeindruckt mit seiner tiefen gelb-orangen Farbe und seiner Seltenheit, doch seine hohe Formbarkeit macht es für den täglichen Gebrauch ungeeignet. Deshalb bevorzugt die Haute Joaillerie 18-karätiges Gold: ein feines Gleichgewicht zwischen der Noblesse des Metalls und Widerstandsfähigkeit, erreicht durch eine Legierung aus 75 % reinem Gold und Metallen wie Silber, Kupfer, Zink oder Palladium. Diese Legierungen beeinflussen nicht nur die Festigkeit des Schmuckstücks, sondern auch seine Farbe: sonniges Gelb, leuchtendes Weiss oder kupfernes Rot. Jeder Karatwert entspricht bestimmten Traditionen, Empfindungen und kulturellen Verwendungsweisen und bietet den Gestaltenden eine Palette an Nuancen und Texturen für einzigartige Kreationen.
Warum wird die Reinheit von Gold in 24 Karat gemessen?
Die zur Bestimmung der Goldreinheit verwendete Einheit, das Karat, soll ihren Ursprung in jahrtausendealten Traditionen haben. Doch warum wird die Reinheit von Gold auf einer 24-Karat-Skala gemessen?
Die Wahl der Zahl 24 als Grundlage des Goldkarats reicht bis in die Antike zurück. In mesopotamischen, indischen und ägyptischen Zivilisationen folgte der Handel nichtdezimalen Zahlensystemen, häufig dem Duodezimalsystem (Basis 12) oder dem Sexagesimalsystem (Basis 60). Die Zahl 24, ein Vielfaches von 12, setzte sich durch, weil sie sich problemlos durch 2, 3, 4, 6, 8 oder 12 teilen lässt. So konnten Goldschmiede und Händler Goldlegierungen präzise aufteilen, lange vor der Erfindung des Taschenrechners.
Wenn ein Verlobungsring aus 18-karätigem Gold besteht, bedeutet dies, dass er 75 % reines Gold (18/24) enthält; der Rest besteht aus einer Legierung von Metallen wie Kupfer, Zink oder Silber. Diese Art von Goldlegierung erhöht die Widerstandsfähigkeit des Schmuckstücks und verändert zugleich subtil seine Farbe: Gelbgold, Roségold oder Weissgold. Reines Gold, also 24-karätiges Gold, ist trotz seiner aussergewöhnlichen gelb-orangen Farbe für den täglichen Gebrauch zu formbar.
Das auf 24 Karat basierende System hat sich auch dank seiner Verbindung zu alten Gewichtssystemen erhalten, etwa der Feinunze, die für Edelmetalle verwendet wird und in 480 Grains unterteilt ist – eine weitere leicht teilbare Masseinheit.
Auch heute lebt diese Tradition in der zeitgenössischen Schmuckkunst weiter. Bei AGUAdeORO wird jedes Schmuckstück, ob Ehering oder Verlobungsring, aus 18-karätigem Fairtrade-zertifiziertem Gold gefertigt, einem ethischen Gold, das unter Achtung von Mensch und Natur gewonnen wird. Der Karatwert wird damit zu weit mehr als einem Reinheitsgrad: Er spiegelt jahrhundertealtes Know-how verbunden mit einem verantwortungsvollen und nachhaltigen Engagement wider.
Gold rund um die Welt
Die Vorlieben hinsichtlich des Karatwerts unterscheiden sich je nach Weltregion und werden von Geschichte, Traditionen und alltäglicher Nutzung beeinflusst.
18-karätiges Gold: das perfekte Gleichgewicht für die europäische Haute Joaillerie
Als unverzichtbare Referenz in der Luxusschmuckwelt besteht 18-karätiges Gold aus 75 % reinem Gold, legiert mit anderen Edelmetallen, um seine Festigkeit zu erhöhen. Dieser Karatwert wird in Europa häufig für hochwertige Schmuckstücke verwendet, insbesondere für Verlobungsringe, Eheringe und aussergewöhnliche Kreationen. Sein ausgewogener Glanz, seine Robustheit und seine gute Beständigkeit machen es zu einer geschätzten Legierung für Schmuckhäuser, die Ästhetik und Dauerhaftigkeit verbinden.
22- und 24-karätiges Gold: Prestige östlicher und zeremonieller Traditionen
In asiatischen und nahöstlichen Kulturen wird 22- oder 24-karätiges Gold von aussergewöhnlicher Reinheit wegen seiner tiefgelben Farbe und seiner sakralen Symbolik bevorzugt. Dieses nahezu reine Gold ist häufig Hochzeitsschmuck, zeremoniellen Halsketten und Erbstück-Armbändern vorbehalten. In Indien, China oder den Golfstaaten ist das Schenken von 24-karätigem Gold zu einer Hochzeit oder Geburt eine hochsymbolische Geste und steht für Wohlstand und kulturelle Verwurzelung. Obwohl diese Art von Gold formbarer ist, gehört sie weiterhin zu den begehrtesten Materialien für Hochzeitsschmuck mit traditionellen und kulturellen Werten.
14- und 10-karätiges Gold: langlebiger und zugänglicher Alltagsschmuck
Weniger edel, aber in angelsächsischen Ländern wie den USA und Kanada sehr verbreitet, überzeugen 14-karätiges Gold (58,5 % reines Gold) und 10-karätiges Gold (41,7 %) durch ihre Festigkeit und ihren zugänglicheren Preis. Diese Legierungen werden häufig für täglich getragenen Schmuck gewählt: Ringe, Halsketten oder Ohrringe. Ihre Verschleissfestigkeit macht sie zu praktischen Begleitern eines aktiven Lebensstils. Auch wenn diese Karatwerte in der Haute Joaillerie weniger verbreitet sind, bieten sie eine interessante Alternative für alle, die langlebigen Schmuck suchen, ohne beim Design Kompromisse einzugehen.

Jhumkas aus 22-karätigem Gold, unverzichtbar bei Hochzeiten und grossen Feierlichkeiten in bestimmten indischen Kulturen. Ein ikonisches Schmuckstück, das Tradition und Glanz vereint. (Foto von v.govindaraj raj auf Unsplash)
Die Punze: die Signatur des Goldes
In europäischen Ländern und insbesondere in der Schweiz ist die Punzierung eine gesetzliche und ästhetische Garantie. Sie ermöglicht es, das Edelmetall, seinen Goldgehalt und seine Herkunft zu authentifizieren. Zwei Punzen sind in der Regel auf einem Schmuckstück sichtbar:
- Die Feingehalts-Punze, die den Goldgehalt angibt.
- Die Meister- oder Markenpunze, die dem Atelier oder dem Schmuckhaus zugeordnet ist.
Bei AGUAdeORO trägt jede Kreation stolz die Punze 750 als Garantie für ihre Zusammensetzung aus 18-karätigem Gold sowie unsere exklusive AGUAdeORO-Punze als Beleg für Authentizität, Ethik und Schweizer Handwerkskunst.

Der Ring Fairy-Tale Blossom aus 18-karätigem Gelbgold mit seinen AGUAdeORO- und Fairtrade-Punzen. Im Zentrum befindet sich ein kultivierter rosafarbener Saphir im runden Brillantschliff, umgeben von einem Halo aus kultivierten Diamanten.
Wissenswertes über Gold
- Altes Ägypten: die Anfänge des «Goldstandards»
Bereits 2600 v. Chr. zeichneten sich die Ägypter durch ihre Goldschmiedekunst aus. Sie nannten Gold nub, woraus sich der Name Nubien für die bedeutende Goldregion ableitete. Pharaonen wurden mit Amuletten aus 24-karätigem Gold bestattet, die ihnen Ewigkeit sichern sollten. - Indien, Wiege des 24-Karat-Systems
Die Unterteilung reinen Goldes in 24 Teile hat ihren Ursprung im alten Indien. Sanskrit-Texte erwähnten bereits diese Art, Reinheit zu bewerten. Dieses ausgeklügelte System verbreitete sich über die Handelswege nach Westen. - Rom und der Aureus: die kaiserliche Goldmünze
Unter Julius Cäsar prägte das Römische Reich den Aureus, eine Münze aus reinem Gold mit einem Gewicht von fast 8 Gramm. Als Symbol für Macht und Stabilität prägte sie die europäische Geldgeschichte nachhaltig. - Mittelalterliche Alchemisten und die Suche nach vollkommenem Gold
Im Mittelalter versuchten Alchemisten, gewöhnliche Metalle mithilfe des legendären Steins der Weisen in 24-karätiges Gold zu verwandeln. Eine erfolglose Suche, die jedoch zu zahlreichen Fortschritten in der Chemie führte. - Samen zum Wiegen von Gold: der botanische Ursprung des Karats
Auf antiken Märkten waren die Samen des Johannisbrotbaums (Ceratonia siliqua) für ihr konstantes Gewicht bekannt. Sie dienten als Referenz beim Wiegen von Gold und gaben dem Begriff Karat seinen Ursprung. - Gold, das göttliche Metall alter Zivilisationen
Bei Inka, Azteken und Mesopotamiern war Gold nicht nur ein Edelmetall: Es symbolisierte das Göttliche. Als «Schweiss der Sonne» bezeichnet, verkörperte es himmlische Macht und Nähe zu den Göttern. - Napoleons Verlobungsring: die Kraft eines Symbols
Napoleon schenkte Joséphine einen schlichten Goldring ohne Edelstein. Heute besitzt dieses zurückhaltende Schmuckstück vor allem aufgrund seiner historischen Bedeutung einen Wert, der sein Karatgewicht übersteigt. - Goldräusche: als die Welt dem Reichtum entgegenstürmte
Das Goldfieber prägte ganze Nationen: Von Kalifornien (1848) bis Australien (1851) veränderte die Anziehungskraft dieses Edelmetalls Wirtschaft, Migration und die Geschichte der Menschheit.
AGUAdeORO ist ein 2009 gegründetes Schmuckhaus mit Standorten in Genf und Zürich. Wir bieten unseren Kundinnen und Kunden die Möglichkeit, ethischen, in der Schweiz gefertigten Schmuck zu erwerben. Unser Ziel ist Schmuck, der nachhaltige Entwicklung und Eleganz verbindet.
Weiterlesen

Verlassene Diamantminen hinterlassen entstellte Landschaften, zerstörte Biodiversität und vernachlässigte Gemeinschaften. Als Antwort auf dieses Erbe setzt AGUAdeORO auf ethischen Schmuck und verwe...

Der Diamantenmarkt befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Während der Wert natürlicher Diamanten sinkt, etablieren sich Labor-Diamanten als ethische, nachhaltige und transparente Alternative...


Hinterlasse einen Kommentar
Alle Kommentare werden vor der Veröffentlichung geprüft.
Diese Website ist durch hCaptcha geschützt und es gelten die allgemeinen Geschäftsbedingungen und Datenschutzbestimmungen von hCaptcha.