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Earth Day : Et si la solution était de fleurir nos villes ?
22. Apr 20264 Min. Lesezeit

Earth Day: Was wäre, wenn die Lösung darin läge, unsere Städte zum Blühen zu bringen?

Die urbane Biodiversität kann zu einem Rückzugsort werden

Oft stellen wir uns die Landschaft als das natürliche Heiligtum der Biodiversität vor und die Stadt als ihr Gegenteil. Doch die Realität ist differenzierter. In Genf wie auch in anderen Schweizer Städten kann die Biodiversität lokal höher sein als in intensiv bewirtschafteten Landwirtschaftsgebieten. Grossflächige Kulturen haben die Landschaft vereinfacht: Monokulturen, gerodete Hecken, frühe Mahd, Pestizide und die Vereinheitlichung von Lebensräumen. Die Produktion ist gestiegen, doch die florale Vielfalt ist zurückgegangen.

Die Stadt funktioniert anders. Sie vereint öffentliche Parks, private Gärten, Brachen, Baumreihen, begrünte Terrassen und vielfältige Zierpflanzungen. Dieses Mosaik schafft eine Abfolge von Blühphasen, die sich über die Zeit erstrecken. Manche einheimischen Arten finden dort Zuflucht, manchmal sogar eher als in landwirtschaftlich geprägten Ebenen. Die urbane Biodiversität kann höher sein als jene von Landschaften, die von Monokulturen dominiert werden.

Am Earth Day erhält diese Überlegung eine besondere Bedeutung: Was wäre, wenn der Schutz der Biodiversität ganz einfach damit beginnen würde, unsere urbanen Räume neu zu denken?

Die Stadt kann also zu einem Rückzugsort werden.

Doch ein Rückzugsort bedeutet nicht unendliche Ressourcen.

Zu viele Honigbienen am selben Ort?

Angesichts dieser relativen Vielfalt hat sich in den letzten Jahren ein Reflex durchgesetzt: Bienenstöcke in der Stadt aufzustellen, um „den Bienen zu helfen“. In Genf haben sich urbane Kolonien vervielfacht. Unternehmen, Schulen und Privatpersonen möchten sich engagieren. Die Absicht ist aufrichtig, oft grosszügig. Das Problem liegt nicht im Bienenstock an sich. Es liegt in der Dichte.

In einer natürlichen Umgebung beobachtet man in der Regel zwischen einer und fünf Honigbienenkolonien pro Quadratkilometer. Im imkerlichen Kontext kann diese Dichte deutlich überschritten werden. Die Honigbiene (Apis mellifera) ist jedoch eine generalistische und äusserst effiziente Art. Wenn sich eine grosse Anzahl von Kolonien auf engem Raum konzentriert, nimmt die Konkurrenz um Nektar und Pollen zwangsläufig zu. Dieser Druck betrifft nicht nur die domestizierten Kolonien untereinander. Er betrifft auch die Wildbienen.

In der Schweiz leben fast 600 Wildbienenarten. Viele davon sind auf bestimmte Pflanzen oder ganz bestimmte Lebensräume spezialisiert. Sie leben nicht in Kolonien, produzieren keinen Honig und verfügen über deutlich geringere Anpassungsspielräume. Die erhobenen Daten zeigen, dass bereits 10 % der Wildarten verschwunden sind und 45 % bedroht bleiben. Wenn die Dichte der Honigbienen in einem begrenzten urbanen Raum stark zunimmt, kann die Konkurrenz um Ressourcen diese bereits fragilen Arten benachteiligen. Hinzu kommt ein erhöhtes Risiko für die Übertragung von Parasiten und Krankheitserregern, wenn sich Kolonien stark konzentrieren.

Das Paradox wird damit deutlich: Die Frage ist nicht, ob es genug Bienen gibt, sondern ob es am selben Ort nicht zu viele Honigbienen gibt.

In Genf sollte die Priorität bei mehr Blumen liegen, nicht bei mehr Bienenstöcken

Genf ist ein begrenztes Gebiet. Eingeschlossen zwischen See, Grenzen und urbanisierten Zonen ist die tatsächlich verfügbare Fläche beschränkt. Mehr Bienenstöcke erhöhen die Zahl der Blumen nicht. Sie verteilen lediglich die vorhandenen Ressourcen auf mehr Kolonien. In diesem Kontext stärkt die Vermehrung von Bienenstöcken die Biodiversität nicht unbedingt; sie kann im Gegenteil den Druck auf ein bereits sensibles System erhöhen. Das ist nicht nur ein Problem von Genf, sondern trifft auf die grosse Mehrheit der Städte zu.

Wenn das Ziel wirklich ökologisch ist, sollte die Priorität daher nicht darin bestehen, die Zahl der Bienenstöcke zu erhöhen, sondern die Aufnahmekapazität des Gebiets zu vergrössern. Das bedeutet, einheimische Blütenressourcen zu diversifizieren und auszuweiten, Blühphasen vom Frühling bis in den Herbst zu fördern, die systematische Mahd zu reduzieren und lokale Hecken wiederherzustellen. Es bedeutet auch, Lebensräume zu bewahren: hohle Bäume zu erhalten, Totholz liegen zu lassen und offene Bodenflächen für bodennistende Arten zu sichern. Wildbienen brauchen vielfältige Lebensräume, bevor sie Bienenstöcke brauchen.

Die Antwort liegt vielleicht nicht in mehr Bienenstöcken, sondern in mehr Blumen.

Lasst Genf blühen. Lasst unsere Quartiere blühen. Lasst jene Räume blühen, an denen wir vorbeigehen, ohne sie wirklich zu sehen.

So viele kleine Grünflächen werden heute sich selbst überlassen oder einheitlich gepflegt, kurz geschnitten und ihres ökologischen Potenzials beraubt. Dabei könnten genau diese Orte zu echten Reservoirs der Biodiversität werden.

Ein Hang am Fuss eines Gebäudes; Ein Grünstreifen entlang eines Trottoirs;

Ein Kreisel; Ein Innenhof; Ein Flachdach;

Jede begrünte Fläche ist eine Chance.

Diese Räume in einheimische Blumenwiesen zu verwandeln, Pflanzungen zu diversifizieren und gewisse Bereiche freier wachsen zu lassen, ist ein zutiefst „Win-win“-Ansatz. Ein Gewinn für die Biodiversität, die Nahrung und Lebensräume zurückgewinnt. Ein Gewinn für die Bewohnerinnen und Bewohner, die von einem lebendigeren, farbigeren und beruhigenderen Umfeld profitieren.

Die Vision von FreeTheBees

Aus dieser Perspektive wird es stimmig, Initiativen zu unterstützen, die Lebensraum wiederherstellen, anstatt einfach nur die Dichte von Kolonien zu erhöhen. Genau in diesem Geist steht die von FreeTheBees getragene Vision: dem Lebendigen wieder seinen Platz zu geben und Bedingungen für Gleichgewicht neu zu schaffen, statt Ungleichgewichte bloss zu kompensieren.

Eine blühende Stadt ist eine schönere Stadt. Vor allem aber ist sie eine widerstandsfähigere Stadt.

Und manchmal kann sich dieses Engagement auch am eigenen Körper zeigen. Als diskrete Erinnerung an das, was man unterstützen möchte: mehr Blumen, mehr Leben, mehr Gleichgewicht.

Wenn Sie mehr über das Engagement von FreeTheBees erfahren möchten, laden wir Sie ein, ihre Arbeit auf ihrer offiziellen Website zu entdecken: FreeTheBees

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